Das zentrale Anliegen Alexanders für sich selber war das unhörbare, von selbst geschehende Einatmen. Das ihm das nicht mehr gelang war der Auslöser für seine Forschungen, zusammen mit seiner immer wieder auftretenden Heiserkeit1). Es stellte sich heraus, dass die Lösung, die er fand, eine allgemeingültige Grundlage für das natürliche Funktionieren des Singens und Sprechens ist.

Die Gesangspädagogen Rodd-Husler2) beschreiben sehr präzise u.A. die Einhängemechanismen des Singorgans. Die Erkenntnisse Alexanders stimmen 1:1 damit überein, und mit seiner Technik ist es möglich, auf eine relativ einfache und exakte Art diese Gesangsvoraussetzungen zu realisieren, als Grundlage für die weitere Stimmentfaltung. Der Schlüssel dazu ist die einheitliche und gleichzeitige Betrachtung von (äusserem) Bewegungs- und (innerem) Lautgebungsapparat, gekoppelt mit achtsamer und zweckmässiger mentaler Steuerung seiner Selbst.

David Jones z.B. beschreibt ausführlich die Mechanismen des Singens und der Pädagogik. Auch sie können mit Unterstützung einer dafür ausgelegten Alexander-Technik zielsicher umgesetzt werden.


 

1) Einige Jahre ging alles gut, bis ich Schwierigkeiten mit meinem Hals und meinen Stimmbändern bekam, und nicht lange danach machten mich meine Freunde darauf aufmerksam, dass während des Rezitierens mein Atmen hörbar sei, dass man mich (wie sie es ausdrückten) 'nach Luft schnappen' und durch den Mund 'Luft einsaugen' höre. Dies machte mir noch mehr Sorgen als meine eigentlichen Halsschwierigkeiten, die damals im Anfangsstadium waren, denn ich war immer stolz darauf gewesen, frei zu sein von der unter Rezitatoren, Schauspielern und Sängern so verbreiteten Gewohnheit, hörbar Luft einzusaugen.

(F. M. Alexander, Der Gebrauch des Selbst, Kap.1, Übersetzung Thomas Fehr)

 

2) Frederick Husler, Yvonne Rodd-Marling: Singen. Die physische Natur des Stimmorgans – Anleitung zum Aufschließen der Singstimme. 12. Auflage. Schott Verlag, Mainz 2006, ISBN 3-7957-0066-3.