Es gibt 3 Hauptgebiete: Körperbewegung, Balgführung und Tastatur.

 

Körperbewegung 

Die Qualität der Körperbewegungen hat einen direkten Einfluss auf das Spiel. Z.B. muss sich das Handgelenk ständig an die Fingerfolgen anpassen und drehen. Diese Bewegungen setzen sich fort über die Arme und Schultern bis in die Lendengegend. Ist diese Verbindung nicht durchlässig, blockiert dies letztlich das Handgelenk. Ausgiebiges Üben unter diesen Bedingunenoder ständiges Nicht-Beachten dieser Zusammenänge führt zu allerlei Entzündungen und durchaus zu Studienabbruch, jedenfalls aber zur Deckelung der individuellen Leistungsmöglichkeiten.  

 

 

Kontakt mit dem Instrument

Der Körper trägt sich in jedem Moment selbst. Nie stützt er sich auf das Instrument. Kräfte auf das Instrument werden immer mit dem bzw. vom ganzen Körper aus ausgeübt.

 

 

Haltung des Instruments am Körper

Die Spieltechnik richtet sich nach dem auszuführenden Musikstil

  • Das Bandoneon wird im Sitzen vor dem Körper flach auf die Oberschenkel gelegt; nach Bedarf auf beide oder nur jeweils einen. Dies ist die Standard-Spielhaltung, ausgehend von der alles gespielt werden kann. Eine Variante ist das Spiel im Stehen auf einem (vorzugsweise dem linken) Oberschenkel.
  • Das Bandoneon kann auch hochkant auf die Oberschenkel gestellt werden. Ein Vorteil ist sicherlich, dass die etwas unergonomische Abwinkelung im Handgelenk bei der flachen Lagerung vermieden werden kann, aber ich denke, dass eine feinfühlige Balgführung nicht leicht fällt und dass das Spiel mit der Schwerkraft kaum funktioniert, und ich bin sicher, dass expressives Spiel wie im Tango nicht möglich ist. Ich habe aber keine Erfahrung mit dieser Methode und gehe nicht weiter auf sie ein.
  • Das Bandoneon kann vor dem Körper aufgehängt werden; dazu sind traditionellerweise 2 Ösen am Balg angebracht. Das wurde für marschierende Kapellen/ Bands verwendet. Ich habe keine Erfahrung mit dieser Methode und gehe nicht weiter auf sie ein.

 

Die Spielmöglichkeiten des Bandoneons wurden wesentlich in Argentinien (für das Tangospiel) ausgelotet, unter Ausbildung verschiedener Stile. Diese Techniken sind relevant für sämtliche Musikrichtungen.

 

Sitzen

  • Persönliches (Mini-)Programm zur Leistungsbereitschaft; Stehen
  • Auf den Sitzhöckern ruhen (Niederlassen)
  • Füsse hüftbreit, Knie zusammen (Niederlassen)
  • Kontrolle: Oberschenkel können sich frei öffnen und schliessen
  • Aufrichtung
    • Unterarme auf dem Bandoneon ruhen lassen und schräg nach hinten an die Rückenlehne anlehnen, durchlässig und einigermassen gerade. Dann langsam in die Vertikale kommen und sich dabei aufspannen lassen.
    • zusätzlich oder später am Bandoneon: Unterarme auf dem Bandoneon ruhen lassen und dann etwas anheben. Führt zu weiterer Aufspannung/ Aufrichtung und Verbindung zum Rücken (Lendengegend)}
  • Die Aufspannung erlaubt, dynamisch auf Haltungsanforderungen zu reagieren und wieder zum Zentrum zurückzukehren.

 

Stehen

Diese Spielart wurde durch A. Piazolla bekannt. - Wie bei jedem Spiel auf nur einem Oberschenkel sind die Spielmöglichkeiten im Stossen eingeschränkt. Diese Hilfsmittel sind beobachtbar: starkes Nach-vorne-Krümmen der Halswirbelsäule ('Buckel', Rundrücken) und in die Knie gehen (grösserer Winkel in der Hüfte). Sie zielen darauf ab, a) den Rücken durch Verspannung 'kräftiger' zu machen, und b) die Reichweite der Hände in die weitere vordere Ecke hin zu verlängern. 

 

Hände

Es wird oft gelehrt, dass die Arme bzw. Hände entspannt sein sollen, demonstriert durch Loslassen und Fallen etc. Ich verstehe, was gemeint ist, nämlich Vermeiden aller Hemmnisse, eben: Durchlässigjkeit, aber halte diese Anweisungen für falsch und irreführend und schädlich.

Eine weitere Anweisung betrifft das Verhältnis des Daumens zur Lederschlaufe: Eine Anweisung lauttet, dass das  Instrument von dort aus niedergedrückt werden soll. Das ist eine wichtige Methode zur Balgführung. Das Niederdrücken sollte aber nicht zu Verspannung und Zusammendrücken des Oberkörpers führen, sondern im Gegenteil zu mehr Aufrichtung durch Aufspannen (als Resultat des Niederdrückens) .

Die Reihe der Fingergrundgelenke ('Knöchel') soll als Grundstellung parallel zu den Reihen sein. Dies erleichtert die Orientation auf der Tastatur.